Im Fokus der Mensch

 Vom Helfen und helfen lassen

Diese Menschen erhalten einen kostenlosen Haarschnitt und die Veränderungen sind wirklich verblüffend.

Aus der eigenen Komfortzone auszubrechen ist gar nicht so einfach. Und doch versuche ich immer wieder mich selbst zu fordern und suche mir freiwillig Projekte, welche mir mehr abverlangen als in meinem Arbeitsalltag als Fotograf üblich.

Ich las von einer Haarschneideaktion für Bedürftige, welche am „Welt-Raum“ der kath. Kirche statt finden soll. Hier konnten sich Obdachlose und andere Bedürftige kostenlos die Haare schneiden oder auch den Bart stutzen lassen. Möglich wurde das durch die Hilfe und Unterstützung von vielen Freiwilligen und einer Gruppe die sich „Barber Angels“ nennt.

Anfangs erst nur für gut befunden, fand ich die Idee immer besser und überlegte anschließend sogar, was ich dazu beitragen kann.

Schnell war klar: Besonders gut Haare schneiden kann ich nicht und um bei der Organisation mit zu helfen war es bereits zu spät. Der Termin war bereits in knapp einer Woche.

Der selbe Mensch. Links vor dem Haarschnitt, rechts danach. Die Veränderung ist wirklich verblüffend.

Also schlug ich vor eine Vorher / Nachher Bilderreihe dieser Menschen zu machen. Denn hier geht es nicht um Frisuren, sondern um die Menschen. Menschen die helfen und Menschen die sich helfen lassen. Denn auch das ist nicht selbstverständlich. Viele halten sich zurück, trauen sich nicht solche Aktionen zu besuchen. Sei es aus Scham oder dem Gefühl nicht wirklich dazu zu gehören.

Doch das ist unnötig. Diese Freiwilligen haben der Sache ein Gesicht gegeben und ließen sich von mir fotografieren. Und die Veränderungen nach dem Haarschnitt sind wirklich grandios!

Hier siehst du einige Ergebnisse dieser Aktion:

Das verhalten der Menschen war immer ähnlich. Vor dem Haarschnitt waren alle noch etwas verhaltener. Danach viel offener, fröhlicher und es fiel Ihnen auch einfacher zu lachen. Kurz: Sie fühlten sich wohler.

Verblüffend war auch, wie schnell sich die Ersten freiwillig gemeldet hatten. Sie freuten sich regelrecht über die Aufmerksamkeit. Der ganze Tag hat gezeigt, wie eine kleine Veränderung dafür sorgen kann, dass man sich wohler fühlt. Das gilt auch für mich. Ich kenne das Gefühl vom Friseur zu kommen und sich besser zu fühlen.

Denn auch mein Umfeld achtet auf Äußerlichkeiten und urteilt aufgrund meiner Haare, Kleidung und anderen Merkmalen über mich.

Doch an diesem Tag spielte das alles keine Rolle. Jeder war willkommen. Egal wie er aussah. Egal ob man ihn kannte oder nicht. Es Floss kein Geld. Das einzige dass hier getauscht wurde, war Zeit. Gemeinsame Zeit.


Der Dank für die Aktion geht an alle Helfer rund um Ingos kleine Kälte Hilfe, den Mitarbeitern des Welt-Raum und den Barber-Angels. Und alle anderen die ich evtl. vergessen habe oder von denen ich noch nichts wusste =)

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