Lynx

Europas größte Katze ist zurück

Der Eurasische Luchs gehört in unsere Wälder. Daran kann kein Zweifel bestehen. Er gehört in das Ökosystem der Nordhalbkugel wie viele andere Tiere auch.

Seit der beinahe Ausrottung der Wildkatze in Europa im 19. Jahundert, wurden nun im Pfälzerwald wieder Luchse angesiedelt. Mit Erfolg!

Mitte des Jahres 2017 gab es sogar Nachwuchs unter den ersten 7 Tieren. Das sind nicht nur hervorragende Nachrichten, sondern macht Hoffnung, dass der Luchs sich dauerhaft im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands nieder lässt.

Der Luchs war lange Zeit nicht mehr in Deutschland heimisch. Jetzt sollen insgesamt 20 Tiere im Pfälzerwald angesiedelt werden.

Ein guter Anfang

Doch die Ansiedlung im Pfälzer Wald ist nur ein erster Schritt. Laut der Deutschen Wildtier Stiftung gibt es derzeit 65 Exemplare in Deutschland. Daher gilt Pinselohr (wie der Luchs aufgrund seiner charakteristischen Haarpinseln an den Ohren genannt wird) weiterhin als stark bedrohte Tierart.

Im Saarland ist der Luchs (aktueller Wissensstand) noch nicht gesichtet worden. Einzig in Tierparks kann man ihn beobachten. Dort sind auch die Bilder entstanden, die du hier siehst. Da Luchse für gewöhnlich Einzelgänger sind und große Reviere für sich beanspruchen, ist es natürlich durchaus denkbar dass einige im Pfälzer Wald ausgesetzt Luchse, auch in das Saargebiet auswandern.
Hier lautet lediglich die Frage, ob es für den Luchs genügend zusammenhängenden Wald gibt, welcher seinen Revieransprüchen gerecht wird.

Das kratzen an Baumstämmen dient nicht nur dem schärfen der Krallen, sondern auch dem markieren des Reviers.

Hier ein paar Eckdaten

 

Größe & Gewicht

Der Luchs wird bis zu 120cm lang, kann eine Schulterhöhe von ca. 70cm erreichen und 25kg schwer werden.

Alter

Ein Luchs kann bis zu 15 Jahre alt werden.

Schnelligkeit

Auf kurze Distanz kann der Luchs eine Geschwindigkeit von bis zu 70km/h erreichen.

Lebensweise

Einzelgänger. Er beansprucht große Reviere für sich selbst. Die Größe des Reviers ist hierbei stark abhängig vom Waldgebiet und dem vorhandenen Nahrungsangebot. Jagdzeiten sind die Abenddämmerung und die Nacht. Er ernährt sich unter anderem von Rehen und anderen Kleinsäugetieren. Er kehrt mehrere Tage hintereinander zu seinem Riss zurück und braucht ca. 1kg Fleisch am Tag.

Paarungszeit

Die Paarungszeit wird Ranz genannt und findet für gewöhnlich zwischen Februar und April statt. 2,5 Monate später kommen bis zu 5 Junge auf die Welt.
Einer der Luchse im Saarbrücker Wildpark erklimmt einen Baum. Von Oben hat er einen besseren Blick auf sein Revier.
Gut getarnt. Die Farbe des Fells variiert leicht. Nicht nur von Tier zu Tier, sondern auch in Abhängigkeit der Jahreszeit.

Zukunftsmusik

Die ökologische Rolle des Luchses als Jäger beeinflusst sein Umfeld massiv. Ähnlich wie der Wolf, steht der Luchs an der Spitze der Nahrungskette und entsprechend wird sich das Umfeld anpassen, wenn er sich in seinem Revier nieder lässt. Dies ist in erster Linie eine positive Beeinflussung.

Durch das jahrzehntelange fehlen von natürlichen Feinden wie Luchs und Wolf, konnten sich natürlich auch die Wildbestände frei und ohne Furcht vermehren und ausbreiten. Denkt man nun ein paar Schritte weiter, könnte folgendes Szenario in kraft treten:

Durch die Rückkehr der Jäger, werden nun auch die Beutetiere ihr Verhalten und ihren Lebensraum anpassen. Bestimmte Gebiete werden gemieden oder nur eine kurze Zeit aufgesucht. In diesen Gebieten können sie die Pflanzenbestände erholen. Das bedeutet ein größeres Nahrungsangebot für Insekten. Durch das vermehren der Insekten finden nun auch Vögel wieder mehr Nahrung. Das komplette Ökosystem gestaltet sich um.

Eigentlich sollten der Zaun den Luchs davon abhalten den Baum zu erklimmen. Dieses Exemplar ist sichtlich unbeeindruckt von dieser Maßnahme.

Was zunächst etwas übertrieben klingt, wurde bereits in vielen Teilen der Welt bestätigt, in welchen sich der Wolf wieder angesiedelt hatte. Grund genug für Saarlanden.de sich mit der Rückkehr der Jäger zu beschäftigen.

Dieser Artikel ist der erste Teil einer Serie auf Saarlanden.de, in welcher die Entwicklung des Luchses und seiner Rolle im Ökosystem der Großregion aufgezeigt werden soll.

Freu dich bereits jetzt auf die Fortsetzung.

Cheers,

Andreas

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